FAQ

Wie stabil ist Kokos?

Die ersten ausführlicheren Erfahrungen mit Kokosmark als Anzuchtmedium gab es bei längerfristiger (ca. 5 Jahre) Rosenzucht. Obwohl es sich beim Kokosmark um einen organischen Stoff handelt, stellte sich heraus, dass es trotzdem besonders stabil war: nach fünf Jahren war die Struktur gar nicht oder kaum verändert.
Dennoch begegnen wir regelmäßig Kokossorten, die nicht stabil sind und nach kurzer Zeit verwesen, wodurch weniger Luft zu den Wurzeln dringt und Probleme entstehen können.

Wie ist das möglich?
Das Kokos, das wir vor zwanzig Jahren benutzten, war ein Kokosmark, das bereits viele Jahre gelagert wurde. Das gewählte Kokosmark war oft zwei bis fünf Jahre alt.
Gegenwärtig ist der Prozess weitgehend industrialisiert und nachdem das Mark von der Faser getrennt wird, wird es von einigen Produzenten beinahe sofort eingesetzt. Das Material ist also sehr „frisch“, das kommt der Stabilität nicht zugute.

Mehr zur Stabilität (chemisch und physisch) finden Sie hier

Was wird unternommen?
Aufgrund unterschiedlicher Studien (durchgeführt zum Beispiel von R.H.P.) wissen wir viel mehr über die Stabilität von Kokos. Dank der Respirationstests (Tests, bei denen der Verfall von organischen Produkten gemessen werden kann) haben wir erfahren, dass man Kokos nicht in frischer Form benutzen sollte, sondern erst „altern“ lassen sollte, damit es stabiler wird.
Dutch Plantin hat deswegen auch Maßnahmen ergriffen und Lagerräume errichtet, in denen enorme Mengen Kokosmark mindestens drei Monate lang gelagert werden. In dieser Zeit nimmt die Stabilität von Kokos zu, so dass wir von einem stabilen Produkt ausgehen können.

Woran kann ich nicht stabiles Kokos erkennen?
Die Farbe kann einen Indikator darstellen, sie verändert sich jedoch schnell (von hellgelb zu braun.Oft kann man erst während des Anbaus sehen, dass das Material nicht ausreichend stabil ist:
Das Kokosmark „lässt nach“, es wird dunkler und feiner. Die Luftdurchlässigkeit nimmt ab, was oft daran zu sehen ist, dass das Kokos „in sich zusammenfällt“.
Bei Kokoschips (für die nur die gelagerten, braunen Schalen benutzt werden sollten) sehen wir auch oft einen Volumenrückgang, wobei auch die Wasserspeicherungskapazität abnimmt.

Dutch Plantin verkauft ausschließlich stabile Kokosprodukte, um den Kunden einen maximalen Ertrag zu garantieren.

Warum gibt es unterschiedliche Pflanzbeuteln?

Weil es bei den Feldfrüchten und dem dazugehörigen Anbauklima Unterschiede gibt. Bestimmte Kulturen haben einen großen Wasserbedarf und wenn sie in einer warmen Region angebaut werden, entscheidet man sich oft für eine feinere Mischung, damit es zu keiner unnötigen Austrocknung oder Verdampfung kommt.

In nördlicheren Gebieten wird viel häufiger eine dränfähigere Mischung eingesetzt. Es ist wichtig, dass man viel Wasser ablaufen lassen kann, ohne dass es zu einem Luftmangel kommt (die Pflanzenwurzel benötigt Wasser, Luft und Nährstoffe).

Gerade im unteren Bereich des Anzuchtmediums, wo oft die meisten aktiven Wurzeln zu finden sind, ist es von ausschlaggebender Bedeutung, wie gut das Medium entwässert werden kann.

Das Vorhandensein unterschiedlicher Größen hat vor allem mit praktischen Aspekten der Zucht zu tun.

Welche Unterschiede gibt es bei den Kokosfasern?

Kokosfasern werden schon seit Jahrhunderten für die Herstellung von Besen, Leinen, Matten, Filtern usw. eingesetzt.

Da Kokosfasern gegenwärtig immer häufiger als Additiv (Zusatzstoff) bei Substraten eingesetzt werden, wurden die Anforderungen selbstverständlich an die Nutzungszwecke angepasst. Im Handel gibt es viele Fasern, die „Kokosfasern“ genannt werden dürfen, bei denen jedoch weder auf die Stärke oder Länge der Fasern noch auf den EC-Wert geachtet wird.

Es gibt also große Unterschiede! Die Kokosfasern von Dutch Plantin werden extra für die Gartenbauanwendung hergestellt und verfügen garantiert über den richtigen EC-Wert, hohe Qualität etc.

Worin besteht der Unterschied zwischen gewaschenem und nicht gewaschenem Kokos?

Kokosnüsse wachsen oft in Regionen, in denen der Boden sehr salzhaltig ist. Beispiele dafür findet man häufig auf Ansichtskarten (Palmenbäume an einem tollen Strand). Das bedeutet, dass Cocos nucifera kein Problem hat, Salze wie Kalium, Natrium und Chlorid aufzunehmen (im Gegensatz zu den meisten Pflanzen, die im professionellen Gartenbau gezüchtet werden).

Da diese Salze in der gesamten Pflanze zu finden sind, gibt es die Mindestanforderung, die Produkte, die wir dem Baum entnehmen (in diesem Fall die Schale), zu waschen, um die EC-Werte auf ein akzeptables Niveau zu bringen.

Wenn dies nicht erfolgt, wird der Züchter das Kokos waschen müssen, weil neben einem zu hohen Natrium- und Chlorid-Niveau auch zu viel Kalium vorliegt. Kalium ist ein Antagonist (Gegner) von beispielsweise Kalzium und Magnesium.

Worin besteht der Unterschied zwischen gepuffertem und nicht gepuffertem Kokos?

Wenn das Kokos gewaschen wurde, ist noch nicht das ganze Problem gelöst. Kokos verfügt über einen (negativ geladenen) Komplex, an dem einige positive Moleküle zu finden sind: Natrium und Kalium. Da diese Moleküle an dem Komplex „haften“ (wie Eisen an einem Magneten), stellen sie zunächst keine Gefahr für die Pflanzenwurzel dar, da das Natrium und das Kalium nicht verfügbar sind. Das Problem tritt zu dem Zeitpunkt auf, wenn zum Beispiel mit Kalzium gedüngt wird. In dem Moment wird das Kalzium das Kalium und das Natrium von dem Komplex „wegdrücken“, um anschließend selbst dort Platz zu nehmen. Die praktische Auswirkung besteht darin, dass das mit dem Komplex verbundene Kalzium für die Pflanze nicht zur Verfügung steht, während das Natrium und das Kalium auf einmal in der Bodenfeuchtigkeit frei verfügbar sind.

Man kann dies als eine Art Zeitbombe betrachten. Um dieses Problem zu vermeiden, wird gepuffertes Kokos angeboten. Hier hat der Ionenwechsel (so nennen wir den Prozess, bei dem Kalzium die anderen Ionen von dem Komplex wegdrückt) bereits stattgefunden, wobei die die Salze wie Natrium und Kalium anschließend weggespült wurden.

Worin besteht der Unterschied zwischen einer braunen und einer grünen Schale?

Zum Zeitpunkt der Ernte der Kokosnuss ist die Außenschale noch grün. Diese Schale wird von der inneren Nuss abgepellt und bleibt oft jahrelang auf der Kokosplantage liegen. Nur ein kleiner Prozentsatz wird für Kokosmark-, Kokosfaser- oder Kokoschipsherstellung eingesetzt.

Da die grüne (lies: „frische“) Schale einfacher zu verarbeiten ist, wird diese Eigenschaft von einigen Betrieben genutzt. Dutch Plantin entscheidet sich für ältere, mehr verholzte und somit stabilere, braune Schalen. Die Kokosprodukte, die daraus entstehen, sind dadurch ebenfalls stabiler.

Braucht man für Pflanzbeutel längere Kokosfasern?

Wie wir wissen, sorgen Fasern mit ihrer Kapillarwirkung für den Feuchtigkeitstransport im Substrat. Wasser wird einfacher aufgenommen, trocknet jedoch auch einfacher aus. Zu kurze Fasern verlieren ihre Funktion, zu lange sind nicht zu verarbeiten. Wir wissen auch, dass Kokosfasern das Substrat elastisch machen.

Aus diesem Grund sagen wir:
JA, Kokosfasern verbessern die Struktur von Pflanzbeuteln.
ABER, nicht bei längerer Zucht, da können sie das Gegenteil bewirken.

Erklärung:
Kokosmark und Kokosfasern enthalten Lignin und Zellulose. Lignin ist „Holz“ und somit hart, Zellulose ist ein weicher Stoff. Verglichen mit Kokosmark enthalten Kokosfasern mehr Zellulose und weniger Lignin. Das bedeutet, dass Kokosfasern schneller einer Kompostierung unterliegen als Kokosmark. Wie schnell eine Kompostierung eintritt, hängt von den Umständen beim Wachstum und der Dicke der Faser ab. Dickere Fasern verfügen über eine kleinere Oberfläche pro Gewichtseinheit und zerfallen langsamer.

Das bedeutet, dass Kokosfasern nach einer Anbauphase von mehreren Jahren bei Kulturen wie Rosen keinen positiven Effekt mehr zeigen. Sie haben nur einen Kurzzeiteffekt (1-2 Jahre). Aus diesen Gründen empfiehlt Dutch Plantin bei längerfristiger Zucht 1/4 Inch gesiebtes Material. Das erscheint feiner, verfügt jedoch über einen hohen Luftanteil und ist stabiler als weniger gesiebtes Material (1/2 Inch oder sogar 3/4 Inch), da es über weniger Fasern verfügt.

Wenn Sie mehr Informationen wünschen, können Sie Kontakt mit uns aufnehmen.

Sollte Kokos gedämpft werden?

Manche Betriebe dämpfen Kokos, um Unkraut beim Anbau zu vermeiden.

Die von Dutch Plantin in Auftrag gegebenen Studien bezüglich der Folgen des Dämpfens für die Kokosstruktur haben erneut bestätigt, dass das Dämpfen die Struktur von Kokos verschlechtert.

Um die einzigartigen Eigenschaften von Kokos zu erhalten, hat sich Dutch Plantin für eine sehr strenge Kontrolle der Rohstoffe und eine saubere Produktionsumgebung entschieden, so dass Dämpfen nicht notwendig ist.

Steht uns ausreichend Kokos zur Verfügung?

Eine aktuelle Frage, die wir auch schon aus der „Torfwelt“ kennen. Wenn es um die Verfügbarkeit der Rohstoffe für die Kokosprodukte im Bereich Gartenbau geht, wagt Dutch Plantin es, diese Frage mit : “Ja!” zu beantworten.

Dutch Plantin hat nämlich die Verfügbarkeit untersuchen lassen und nach dieser Schätzung gibt es weltweit ca. 9.600.000 ha Kokosplantagen. Wenn man davon ausgeht, dass es pro ha. etwa 150 Bäume gibt, die jeweils 75 Nüsse pro Jahr liefern, würde es bedeuten, dass pro Jahr Rohstoffe für beinahe 6,5 Millionen Tonnen Kokosmark zur Verfügung stehen.

Die Tatsache, dass es ausreichend Rohstoffe gibt, bedeutet jedoch nicht automatisch, dass es ausreichend Kokos für den professionellen Gartenbau gibt; die Anforderungen, die wir stellen, machen einen Produktionsprozess erforderlich, der nicht einfach zu realisieren ist.

Dutch Plantin ist deswegen auch sehr stolz auf die 8 Produktionsstandorte in Asien, Afrika und den Niederlanden, wo an diversen Kokosprodukten gearbeitet wird, die gefahrlos eingesetzt werden können.

Warum sind die Dutch Plantin Produktionsstandorte so weit von der Küste entfernt?

Es kostet doch mehr Zeit und Geld, um zum Hafen zu gelangen?

Kokospalmen wachsen oft auf Böden, die einen hohen Salzgehalt aufweisen. Man kennt das von Urlaubskarten: große Palmen auf perlweißen Stränden. Im Gegensatz zu den meisten Pflanzen im professionellen Gartenbau, hat die Cocos nucifera kein Problem damit, die Elemente Kalium, Natrium und Chlorid gut zu vertragen und aufzunehmen. Diese Salze üben keinen negativen Einfluss auf die Palmenbäume aus. In unserem Herstellungsprozess waschen wird die Salze bis zu einem akzeptablen Niveau aus. Wenn wir es nicht täten, hätte der Züchter viel Arbeit beim Ausspülen von Kokos: Natrium und Chlor sind nicht erwünscht und Kalium ist ein Antagonist von Kalzium und Magnesium.

Weniger Salze in Dutch Plantin Kokosmark
Dutch Plantin produziert Kokosmark aus der Rinde von Nüssen der Kokospalmen, die weit von der Küste entfernt wachsen. Diese Bäume bekommen während der Monsunzeit viel Regenwasser, wodurch sie in einer weniger salzhaltigen Umgebung wachsen. Damit enthalten die Rohstoffe von Dutch Plantin-Kokosmark wesentlich weniger Salze. Darüber hinaus sind diese Salze einfacher auszuspülen, was zu einer großen Ersparnis des Züchters beim Spülwasser führt.

Weit von der Küste entfernt – sicheres Kokos von höchster Qualität
Die höheren Transportkosten zum Hafen sind für Dutch Plantin weniger wichtig als unsere langfristige Vision: der Züchter bekommt ein sicheres Produkt aus Kokos von höchster Qualität. Unsere Spezialisten, die über jahrelange Erfahrung verfügen, wählen unsere Produktionsstandorte strategisch und langfristig aus. Auf diese Weise garantieren wir die beste Qualität, sowohl jetzt wie auch in der Zukunft.

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